16.01.2018, von Ralf Kosse

Dem Hochwasser keine Chance lassen

Ausbildung zum Hochwasserschutz bei der Feuerwehr Epe

Mit Hilfe von selbstgenähten Sandsäckchen konnte praktisch geübt werden, wie am effizientesten eine Paletten voller Sandsäcke gepackt wird. Die Feuerwehrleute um THW-Ausbilder Christian Langermann (3.v.l) hatten sichtlich Spaß

Ein ganz aktuelles Thema wurde am Donnerstag, 11.01.2018 beim Ausbildungsabend der Feuerwehr vom Löschzugs Epe behandelt: Hochwasserschutz und Deichverteidigung. Feuerwehrsprecher Martin Bültmann hatte dazu externe Fachkräfte vom Technischen Hilfswerk (THW) Gronau eingeladen. Durch den Abend führten Christian Langermann, „Technischer Berater für Hochwasserschutz und Deichverteidigung“ im THW und Ralf Kosse, der in den letzten 20 Jahren in THW-Hochwassereinsätzen von Dinkel bis Oder und Elbe tätig war.

Auch wenn die anwesenden Feuerwehrleute selbst bereits einige Erfahrungen mit Hochwassern an Dinkel und Issel sammeln konnten, so zeigten die THWler noch einige Tricks und viel Hintergrundwissen auf, die für die Feuerwehr neu waren. Kosse führte in das Thema ein, indem er aufzeigte, dass in den letzten 20 Jahren in Deutschland ein Jahrtausendhochwassser, sowie drei Jahrhunderthochwasser auftraten, auch wenn diese von Gronau weit entfernt an Oder, Elbe oder in bayrischen Kleinstädten passierten. Doch auch die Dinkel oder die Issel gaben in den letzten Jahren öfter Grund zur Sorge. Derlei extreme Wetterereignisse häufen sich als direkte Folge des Klimawandels – Grund genug, gut vorbereitet zu sein. Auch wenn nicht jedes Hochwasser gleich eine Katastrophe ist, wie der normale und im Jahresverlauf häufigere Anstieg des Dinkelpegels in den letzten Tagen bewies.

Wie man ergonomisch über Tage Sandsäcke füllt und diese korrekt verlegt, zeigte Langermann zunächst in der Theorie und dann am selbst gebastelten Deichmodell auf. Kleine Sandsäckchen konnten ohne Kraftanstrengung am Tisch verlegt werden, in Minuten war ein Modell-Notdeich durch die Feuerwehrleute entstanden. Langermann erläuterte, wie viele Personen man eigentlich für wie viele Sandsäcke braucht, wie ein Deich aufgebaut und geschützt wird und welche Gefahren im Hochwasser generell drohen. Kosse veranschaulichte die Theorie mit Erfahrungsberichten aus den Einsätzen des THW Gronau.

Am Ende des Abends waren alle Teilnehmer um viele neue Begriffe reicher - so sind Kaden, Bermen, Auskolkungen, oder Verklausungen nun keine "böhmischen Dörfer mehr". Auch das Wissen um Spezial-Hilfsmittel wie Sandsackfüllmaschinen, Sandschlauch-Systeme oder „Quickdamm“ zum Abhalten höherer Fluten ist nun bei den Entscheidungsträgern und Helfern für zukünftige Hochwasser parat. Solche gemeinsamen Ausbildungsabende zwischen Feuerwehr und THW finden in Gronau und Epe immer wieder statt, schließlich können beide Organisationen mit ihren unterschiedlichen Fachgebieten jede Menge voneinander lernen. Und im Hochwasser steht man ja zusammen am Deich.

Weitere Links zum Thema:

Erster Dienstabend des Jahres - passend zur aktuellen Hochwasserlage

Ausbildung Deichverteidigung

 

 


  • Mit Hilfe von selbstgenähten Sandsäckchen konnte praktisch geübt werden, wie am effizientesten eine Paletten voller Sandsäcke gepackt wird. Die Feuerwehrleute um THW-Ausbilder Christian Langermann (3.v.l) hatten sichtlich Spaß

  • Fotos: Ralf Kosse

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.