11.02.2008, von Ralf Kosse

Umgekipptes Spülfahrzeug

Am Montag, den 11.02.2008 wurde der Zugführer des THW OV Gronau, Florian Ewering, um 20:30h telefonisch benachrichtigt, dass im Umland des Gronauer Stadtteils Epe bei Bauarbeiten ein Tank-LKW eingesackt ist. Das THW Gronau wurde mit der Bergung dieses Fahrzeuges beauftragt. Sechs Helfer des Ortsverbandes rückten dann um 20:50h in Richtung Einsatzstelle zwischen Epe und Graes aus.

Bei Bauarbeiten an Gaskavernen (bestehend aus Salzstöcken, welche nun zur Gaslagerung benutzt werden) sollte ein Spül-LKW gegen 18:30h eine Rohrleitung unter einem Feldweg freispülen. Dabei wurde unbeabsichtigt der gesamte Weg-Unterbau weggespült, so dass der LKW mit einem zul. Gesamtgewicht von 28 Tonnen absackte. Die rechte Seite der Doppelachse im LKW-Heck grub sich bis weit unter die Achsnabe ins aufgeweichte Erdreich, ein Fortkommen war mit eigener Hilfe unmöglich.

Nach dem Aufbau der Beleuchtung, bestehend aus einem 1000W-Scheinwerfer auf einem Stativ, konnten die Helfer des THW-OV Gronau mit dem Einsatz der Hebekissen beginnen. Zwei Hebekissen sind auf dem bei diesem Einsatz benutzten GKW1, dem Gerätekraftwagen der ersten Bergungsgruppe im Technischen Zug des Ortsverbandes Gronau. Die Hebekissen haben eine Größe von etwa 80x80cm bei einer Dicke von ca. 5cm.

Sie bestehen aus einem mit Metallgewebe verstärktem Gummi und können mittels Druckluft bei 8 Bar auf eine Höhe von gut 50cm aufgeblasen werden. Die Tragkraft liegt bei 40 Tonnen; es können dabei auch zwei Kissen übereinander gestapelt werden. Die Druckluft wird bei Einsätzen meist aus 200 Bar Druckluftflaschen entnommen, wie sie auch für den Atemschutz eingesetzt werden. Kompressoren oder die Druckluftbremsanlage eines LKW können jedoch auch benutzt werden.

Zum Anheben des LKW wurden nun die beiden Hebekissen übereinander unter eine der beiden rechten Hinterreifen positioniert. Zunächst musste mehrfach angehoben und dann der Untergrund der Kissen mittels Kanthölzern unterfüttert werden, da sich der weiche Boden erst verdichten musste. Später hob sich der LKW dann an, worauf der andere Hinterreifen wiederum mit Kanthölzern unterfüttert werden konnte. Dies geschah im Wechsel, bis einer der beiden Hinterräder sich genug vom Boden hob, um schließlich auch unterfüttert werden zu können.

Somit konnten dann die Reifen so weit angehoben und unterfüttert werden, bis eines der beiden Hebekissen dann direkt unter der Achse platziert werden konnte. Somit konnten schließlich die abgesackten Räder wieder auf das Niveau des Weges angehoben werden, das Erdloch wurde mit Kanthölzern auf das Straßenniveau gebracht. Der Einsatz von Schotter oder sogar Sand wurde vermieden, da sich diese Stoffe erst wieder komprimiert hätten, das Resultat wäre ein erneutes Absacken gewesen.

Um 22:50h schließlich konnte der Spül-LKW mit Hilfe eines Baggers der Baustelle von der Unglücksstelle über die Unterfütterungs-Hölzer nach Vorne auf festen Untergrund gezogen werden.

Nach dem Abbau an der Einsatzstelle wurde von den sechs Helfern wieder die Unterkunft des Ortsverbandes Gronau angefahren. Mit dem Reinigen und Verlasten der benutzten Geräte und des Fahrzeuges wurde schließlich um 23:55h die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt.


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