21.05.2020, von Ralf Kosse

Corona-Survival-Paket

Zusammenhalt und Kameradschaft in Zeiten der Pandemie

Wie hält man eine Mannschaft zusammen, die sich monatelang nicht persönlich treffen darf? Wie pflegt man Kameradschaft und Gemeinschaftsgeist, wenn Corona ein eingeschworenes Team isoliert? Diese Fragen stellt sich in den letzten elf Wochen sicher jeder Verein, jeder Organisation und jedes Team nicht nur in Deutschland, sondern fast in der gesamten Welt.

Auch wir im THW Gronau hadern mit der Situation, ruht doch der reguläre Dienstbetrieb seit Mitte März. Nur noch Einsätze und dringende Instandsetzungsarbeiten finden aktuell statt. Dies geht natürlich nicht spurlos an unseren Helferinnen und Helfern vorbei. Wir sind ja nicht einfach eine Organisation, die stur Aufgaben erledigt, sondern auch ein Team, eine große Familie, die vom persönlichen Kontakt, von regelmäßigen Treffen und dem menschlichen Miteinander lebt. Wir veranstalten seit März unsere "Online-Dienstabende" zu unserer üblichen Zeit am Freitagabend, doch das ist leider nur ein Behelf. Und gerade für nicht so technikaffine Mitglieder unseres Ortsverbandes ist das Sitzen vor dem Computer kein vollwertiger Ersatz zum echten Dienstabend.

Unser Helfersprecher Martin Tüpker hat sich mit Timo Sonntag, Marius von der Wei und Jarno Hörst dieses Problems angenommen und eine Überraschung für alle Helferinnen und Helfer aus dem THW Gronau überlegt: Das "Corona Survival-Paket"! In tagelanger Arbeit haben sie, mit gebührendem Abstand, über 60 Pakete mit allem Notwendigen für unsere isolierten Ehrenamtler gepackt. Nicht ganz ernst gemeintes, wie Erdnüsse als "Notverpflegung", eine Mini-Flasche Sekt zur Aufheiterung oder die "kostbare" Rolle Klopapier heiterten enorm auf. THW-Krimskrams und der Schlüsselanhänger "Du fehlst hier" (siehe Bilder) samt QR-Code zu unserer Videokonferenz beim Online-Dienstabend erinnerte an die Gemeinschaft im Ortsverband und ermunterte, regelmäßig an den Webcam-Treffen teil zu nehmen. Aber auch handfestes für die nächsten Online-Dienstabende war mit dabei: Leinen und Hölzer für die "Stiche und Bunde"-Ausbildung im Internet und auch drei geheimnisvolle Aufgabenzettel.

Diese wurden am vergangenen Freitag Anfang Mai auch gleich eingesetzt: knapp 40 Helferinnen und Helfer waren in zwei getrennten Videokonferenzen mit ihren Gruppenführern verbunden und mussten Rätsel lösen. Die Ergebnisse wurden dann mit THW-Funkgeräten zum Zugführer gesendet. Für extra Stress sorgte ein parallel stattfindendes "Schiffe-Versenken" per Funk zwischen den Führungskräften. Die gesamte Aktion hat gezeigt, dass wir alle zusammenhalten und uns als Team auch in schweren Zeiten mit Ideen und Engagement erfolgreich sind. Wir sind eine Familie!


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