14.04.2008, von Hans Dieter Meyer

Auch Hochwasserschutz muss geübt werden

Werden Helferinnen und Helfer aus Gronau bei einem Hochwasser am Rhein mit eingesetzt?

Katastrophenmeldungen erreichen uns fast jeden Tag. Ob Erdbeben, Hochwasser oder Dürrekatastrophen: das Technische Hilfswerk ist überall auf der Welt vertreten wenn es um Hilfe gerufen wird. Was hat das Technische Hilfswerk Gronau aber mit dem Hochwasser am Rhein zu tun? Die Stadt Emmerich liegt nur 90 Kilometer von Gronau entfernt, und Emmerich liegt am Rhein. Der THW-Geschäftsführerbereich Wesel, zu dem Gronau und auch Emmerich gehören, koordiniert bei Großschadensereignissen und Katastrophen sofortige Hilfsmaßnahmen. So kann es durchaus vorkommen, dass bei Hochwasser an Deutschlands größtem Strom auch Helferinnen und Helfer des THW aus Gronau hinzugezogen werden. Um die Attraktivität der Stadt zu erhöhen, aber auch um Maßnahmen gegen Hochwasser einleiten zu können, bekam Emmerich erst vor Kurzem eine neue Promenade, denn mit der Frage nach der Realisierung des technischen Hochwasserschutzes war auch die Frage nach der Neugestaltung des öffentlichen Raums gestellt.

Stadtväter und die zuständigen Stellen wie der Deichverband „Bislich – Landesgrenze“ dachten bei der Planung mit. Landseitig entlang der Hochwasserlinie wurden Schraubmarken in den Betonsockel installiert, um rechtzeitig vor Eintritt des Hochwassers jede Menge Aluminium-Dammbalken anschrauben zu können.. Sie nehmen die mobilen Aluminium-Elemente auf, die das Eindringen des Hochwassers in die Stadt verhindern sollen. „Wahrscheinlich wird die Hochwasser-Schutzwand in ganzer Höhe wohl nie gebraucht werden“, so der Ortsbeauftragte des THW Emmerich, Heinrich te Kempel, doch sei nach seinen Worten „Vorsicht die Mutter der Porzellankiste“. Man benötigt nach seinen Worten schon eine Menge Fahrzeuge und „Man Power“, um die 1200 mobilen Elemente aus dem Lager des Deichverbandes zum Einsatzort zu transportieren und dort aufzubauen.

Der Geschäftsführer des Deichverbandes „Bislich-Landesgrenze“, Holger Friedrichs war von der Arbeit des Technischen Hilfswerks sehr angetan. „Wir sind auf externe Hilfe angewiesen, denn eine so große Maßnahme funktioniert nur mit fachlicher Unterstützung des Technischen Hilfswerks.“ Daher habe der Deichverband auch einen Vertrag mit dem THW abgeschlossen, der es ermöglicht, bei Eintritt des Hochwassers sofort Zugriff auf das THW nehmen zu können. „Das System dieser mobilen Wasserschutzwand erklärt sich fast von selbst und die leichten Aluminium-Elemente können von zwei Personen transportiert werden“, so Friedrichs. Für 1000 Meter Schutzwand-Aufbau ist das THW Emmerich zuständig und während dieser Übung wurden ungefähr 400 Meter installiert. Die Gronauer THW-Helfer Heinz Bätker, Franz Ewering, Bernhard Helling, Martin Hartmann und Hans Dieter Meyer konnten sich nun davon überzeugen, wie schnell der Aufbau der Schutzwand realisiert werden konnte und mit welchen Arbeiten auch Gronauer Helfer konfrontiert werden, wenn der Geschäftsführer sie zur Hilfe ruft. Der Deichverteidigungsweg entlang der Hochwasserlinie, der als Promenade den Besuchern der Stadt zur Verfügung steht, war breit genug gebaut worden. Den Helferinnen und Helfern des technischen Hilfswerks war somit Spielraum zur Lagerung, Verbau und für Transportmittel gegeben.

Für die Mitglieder der an der Übung beteiligten Ortsverbände Emmerich, Wesel und Bocholt war diese erste große Übung zur Absicherung der Stadt Emmerich eine große Herausforderung. Ungefähr 70 Helferinnen und Helfer waren eingebunden und leisteten schnelle und überaus korrekte Arbeit. Nach dem Bau der Promenade und nach dem ersten Aufbau haben wir natürlich auch kleine Mängel festgestellt, die nun behoben werden können“, so Holger Friedrichs vom Deichverband. Und Ortsbeauftragter Heinrich te Kempel sowie der Geschäftsführer des THW-Gechäftsführerbereiches Wesel, Mike Nienhaus ergänzten: „Hochwasserschutz muss geübt werden. Diese Übung war eine Herausforderung für das Technische Hilfswerk und den Deichverband. Wir haben Erkenntnisse über den Transport, den Aufbau und die Zeitvorgaben sammeln können, die uns im Hochwasserfall sehr nützlich sein werden“.

Auf der Rückfahrt hatten die THW-Helfer aus Gronau dann noch einen nicht vorher gesehenen Einsatz. Genau an der Auffahrt zur Bundesautobahn in Rees-Isselburg nahmen sie einen Personenkraftwagen wahr, dessen Motor Feuer gefangen hatte. Durch sofortige Reaktion und Einsatz des im Fahrzeug mitgeführten Feuerlöschers konnte der Brand noch vor Eintreffen der Feuerwehr Isselburg gelöscht werden.


  • Werden Helferinnen und Helfer aus Gronau bei einem Hochwasser am Rhein mit eingesetzt?

  • Über die neue mobile Hochwasser-Schutzmauer aus Aluminium informierten sich auch Helfer des Technischen Hilfswerks aus Gronau.

  • Ungefähr 70 THW-Mitglieder aus Emmerich, Wesel und Bocholt errichteten am Samstag am Rhein einen Teil der Schutzmauer, die Emmerich vor einer Überflutung schützen soll.

  • Ungefähr 70 THW-Mitglieder aus Emmerich, Wesel und Bocholt errichteten am Samstag am Rhein einen Teil der Schutzmauer, die Emmerich vor einer Überflutung schützen soll.

  • Unterwegs und förmlich im Vorbeifahren wurde schnell noch ein brennendes Fahrzeug gelöscht.

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.