21.07.2008, von Hans Dieter Meyer

Zehn Jugendliche unter Trümmern verschüttet

Verlagerte Standortausbildung in Wesel setzte Theorie in Praxis um

Bei einem simulierten Autounfall gelt es, eine verletzte Person zu retten. Dabei spielte das hydraulische Rettungsgerät eine besondere Rolle.

Kaum eine ruhige Minute fanden die Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks aus Gronau während der „verlagerten Standortausbildung im Juli. Mit ihren Fahrzeugen waren sie gegen Abend auf den Übungsplatz nach Wesel-Hamminkeln gefahren und erlebten beim Eintreffen gleich eine Katastrophe. Durch eine Gasexplosion war laut Drehbuch auf einem Abenteuerspielplatz ein Gebäude eingestürzt und Jugendliche unter den Trümmern verschüttet worden.

Insgesamt orteten die THW-Helfer zehn Personen und es galt nun, diese zu retten. Das war gar nicht so einfach. Teilweise lagen die Verschütteten unter Bergen von Trümmern, die beiseite geräumt werden mussten und Feuer sowie Rauch erschwerten den Helfern die Rettung. Schwerer Atemschutz wurde eingesetzt und erst nach einigen Stunden konnten die Unfallopfer auch durch Einsatz des mitgeführten Bergungsgerätes gerettet werden.

Die Elektrogruppe des THW Gronau sorgte dabei für das erforderliche Licht und mit den starken Notstromaggregaten sowie den mitgeführten Scheinwerfern wurde die Katastrophenstelle ausgeleuchtet. Bereits vor dem Bergungszug war die Jugendgruppe des THW Gronau auf dem Übungsgelände eingetroffen, die den Unfallplatz vorbereiteten.

Für die Fachgruppe Elektroversorgung war es an diesem Abend eine besondere Herausforderung, eine verletzte Person aus einer Hochspannungsleitung zu retten. Im Verlauf der Übung hatte die erste Bergungsgruppe den Auftrag, mit Hilfe eines speziellen Rettungssystems, dem so genannten Rollgliss eine verletzte Person aus dem zweiten Obergeschoß eines durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogenen Hauses an der Außenfassade des Gebäudes herabzulassen. Karsten Kebbedies, neuer Ausbildungsbeauftragter des THW Gronau hatte diese Übung vorbereitet, die in den Nachtstunden von Freitag auf Samstag starke Männer erforderte.


Fachdienstausbildung betrieben die Helfer des Technischen Hilfswerks aus Gronau am Samstag in den einzelnen Gruppen. Das Gelände des THW-Übungsplatzes in Wesel bot sich zum Üben besonderer Rettungsmethoden, die in Gronau nicht geübt werden können, an. Es fiel auf, dass besonders viele junge Helferinnen und Helfer im Technischen Hilfswerk ihren ehrenamtlichen Dienst versehen und begeistert bei der Sache sind. 14 Jugendliche und 27 Aktive nahmen an der Übung teil.

Zugführer Florian Ewering zeigte sich erfreut über den Ausbildungsstand und die Motivation der jungen Kräfte. Während der Nachtausbildung hatte das Verpflegungsteam mit Franz Ewering, Bernhard Kemper, Martin Hartmann und Reinhard Siedler alle Hände voll zu tun. Sie brachten die Verpflegung zur Unfallstelle und sorgten während der gesamten Übung dafür, dass den 41 THW-Mitgliedern ein schmackhaftes Essen gereicht werden konnte.


  • Bei einem simulierten Autounfall gelt es, eine verletzte Person zu retten. Dabei spielte das hydraulische Rettungsgerät eine besondere Rolle.

  • Mit dem Rollgliss wird eine verunfallte Personen aus der zweiten Stockwerk eines Hauses abgeseilt.

Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.