14.05.2000, von Ralf Kosse

Weitere Bilder zur Feuerwerkskatastrophe in Enschede (NL), 13. Mai 2000

Dies ist einer der vielen komplett zerstörten Straßenzüge im Wohngebiet Mekelholt. Im Hintergrund brennen noch einige Häuser; selbst die zerstörten Häuser im Vordergrund sind noch so heiß, dass eine Begehung unmöglich ist. Die Wucht der Explosionen kann man auf diesem Foto erahnen, die ganze Straße ist mit Trümmern und Schutt bedeckt. Von dem Wohn- und Geschäftshaus am linken Bildrand sind nach Explosion und anschließenden Brand nur noch die Grundmauern übrig.

Nun folgen einige Bilder der Einsatzstelle, darunter auch Fotos, die selbst in der Presse zuvor noch nicht zu sehen waren. Man erfährt dadurch den ganzen Schrecken, den diese ungeheure Katastrophe erwirkt hat.

Wir vom OV Gronau haben uns, wie sicherlich viele andere THW-Helfer auch, schon das öfteren gefragt, warum in der Bergungsausbildung so viel Wert auf das Wissen um Schadensformen gelegt wird. Falls der Leser dieser Webseite auch THW-Helfer ist, so wird er die Darstellungen aus der THW-Fibel kennen, auf denen man zerstörte Häuser und Schuttberge sieht. Der Enschede-Einsatz hat uns dann mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie erschreckend realitätsnah diese Bilder sind, und vor allem, wie schnell ein Ortsverband von einer solchen Katastrophe betroffen sein kann, auch wenn man nie daran glauben kann.

Es hat sich gezeigt, dass die Bergungsausbildung des THW sehr wohl angebracht und vonnöten ist, auch wenn die meisten Einsätze des THW andere Aufgaben betreffen.

Auf dieser Seite sind hauptsächlich Bilder, die THW-Helfer beim Einsatz zeigen. Diese Helfer kamen aus den Ortsverbänden Gronau (32 Helfer), Wesel (2 Helfer) und Greven (2 Helfer). Die Ortsverbände Greven und Wesel wurden extra angefordert, da sie über Spezial-Beleuchtungsmittel verfügen. Die Weseler Helfer kamen mit einer "Polyma-Lichtgiraffe", das ist ein Anhänger mit ausfahrbarem 10.000 Watt-Scheinwerfer. Ausserdem brachten sie 10 Powermoons , das sind ballonförmige Lampen mit großer Lichtausbeute und einem sehr gleichmäßigen Licht. Die Grevener Helfer brachten einen "Lichtmast-Kraftwagen" mit, das ist ein LKW mit einem ausfahrbaren Lichtmast auf der Ladefläche.


  • Dies ist einer der vielen komplett zerstörten Straßenzüge im Wohngebiet Mekelholt. Im Hintergrund brennen noch einige Häuser; selbst die zerstörten Häuser im Vordergrund sind noch so heiß, dass eine Begehung unmöglich ist. Die Wucht der Explosionen kann man auf diesem Foto erahnen, die ganze Straße ist mit Trümmern und Schutt bedeckt. Von dem Wohn- und Geschäftshaus am linken Bildrand sind nach Explosion und anschließenden Brand nur noch die Grundmauern übrig.

  • Auch Autos blieben natürlich von der Feuerwalze und der Druckwelle nicht verschont; in der Bildmitte sieht man hier die geschmolzenen Reste eines Sportbootes. Diese Häuser waren etwas weiter von der Explosionsstelle entfernt als die Häuser oben, und sind deshalb nicht ganz so stark zerstört.

  • Auch von diesem Haus sind nur noch die Grundmauern übrig; nur 6 Stunden zuvor fand dort ganz normales Familienleben statt... Dieses Haus war etwa 200 Meter von der Explosionsstelle entfernt.

  • Hier sind weitere Ruinen zu sehen, das Bild erinnert stark an Fotos aus Kriegs-Gebieten.

  • Von diesem Haus sind nur noch zwei halbe Mauern übrig, durch den Brand sind die Wände so stark ausgeglüht, dass die Steine nicht mehr halten konnten. Auch von dem geparkten Auto sind nur noch die metallischen Bestandteile übrig.

  • Eine wichtige Aufgabe im Einsatz: Die Verpflegung! Ohne Essen und Trinken können die Einsatzkräfte nicht lange erfolgreich arbeiten, somit kam unserer Küche eine wichtige Aufgabe zu. In der Schlange stehen sowohl niederländische, als auch deutsche Feuerwehrkräfte, sowie auch Helfer unseres Ortsverbandes. Diese Essensausgabe fand um etwa 21 Uhr statt, zu dem Zeitpunkt hatten die meisten Helfer seit über 9 Stunden nichts mehr zu essen gehabt, und das trotz schwerer körperlicher Arbeit!

  • Das betroffene Gebiet wurde in zwei Bereiche unterteilt: in den Innen- und den Aussenring. Im Innenring waren die Häuser entweder totalzerstört, oder es waren nur noch die Grundmauern übrig. Die Explosion und vor allem die nachfolgende Feuerwalze haben dort meist nur Schutthaufen übriggelassen. Im Aussenring waren die Häuser entweder teilzerstört, oder zumindest angeschlagen. Im einfachsten Falle waren 'nur' einige Fensterscheiben zerbrochen, bei anderen Häusern fehlten teilweise alle Dachziegel, oder es waren sogar Risse im Mauerwerk, so dass hier Einsturzgefahr bestand.

  • Nach unserer Ankunft am Einsatzort wurde uns zunächst ein Platz auf dem 'Singel', der Enscheder Ringstraße zugewiesen. Dort warteten wir von etwa 17:30h bis etwa 21h, da es aufgrund der noch stark wütenden Brände zunächst keine Arbeit für das THW gab. Dieser Warteplatz war direkt an der Grenze zwischen Innen- und Aussenring der Katastrophe. Rechts im Bild sieht man ein Fahrzeug der Gronauer Feuerwehr, die in unserer Nähe ihre Fahrzeuge abgestellt hatte.

  • Hier sieht man nochmals unsere Küchenmannschaft bei der Verteilung von warmen Mahlzeiten an die eingesetzten Helfer. Dies fand auf dem Parkplatz einer Schule statt, die ihrerseits durch die Explosionen auch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sämtliche Fensterscheiben und Türen waren zu Bruch gegangen; selbst die Deckenplatten der Klassenräume sind herabgefallen.

  • Diese Aufnahme zeigt einen Teil des Schadensgebietes im 'Innenring'. Links sieht man noch den Lichtmast-LKW des THW-Ortsverbands Greven, der ein großes Gebiet nahezu taghell erleuchtet hat, um den Feuerwehrleuten einen sicheren Löschangriff zu ermöglichen.

  • Diese Aufnahme zeigt die Straße direkt vor der Feuerwerksfirma 'SE Fireworks', auf deren Gelände die vernichtenden Exlposionen stattfanden. Vor allem dort sorgten wir für Beleuchtung, da die Enscheder Feuerwehrleute dort nach ihren vermissten Kameraden in den Trümmern suchten.

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