28.08.2010, von Ralf Kosse

Tief „Cathleen“ beschert Rekord-Hochwasser

Aufgrund extrem starker Regenfälle vor allem im nordwestlichen Münsterland wurde das THW Gronau vom 27. bis zum 29.08.2010 gefordert. Nach Niederschlägen von bis zu 180 Litern pro Quadratmeter an einem Tag - normal sind etwa 60 Liter im gesamten Monat August - traten die Flüsse Aa, Dinkel und Vechte über die Ufer und sorgten für massive Überschwemmungen.

Das THW Gronau wurde alarmiert, als das Hochwasser zunächst das benachbarte Ahaus erreichte und weite Bereiche der Innenstadt bis zu einem Meter unter Wasser setzte. Zusammen mit mehreren anderen THW-Ortsverbänden aus ganz Nordrhein-Westfalen und etlichen Feuerwehr-Mannschaften aus ganz NRW, sowie weiteren Hilfsorganisationen war das THW Gronau von der Nacht von Donnerstag auf Freitag bis zum späten Sonntag Abend durchgehend im Einsatz. Eine Übersicht der einzelnen Einsatz-Stellen:

  • Freitag 1:00h – 14:00h
    Im ersten Einsatz des Wochenendes halfen 10 Gronauer THW‘ler mit zwei Fahrzeugen, die Kläranlage Ahaus vor dem Versinken im Wasser zu bewahren. Mit Tauchpumpen und dem Notstromerzeuger 50 KVA konnte verhindert werden, dass die gesamte Kläranlage durch Wasser Schaden nahm. Weiterhin waren drei Trupps der Feuerwehr mit Pumpen vor Ort.

  • Freitag Nachmittag
    Im Gronauer Ortsteil Epe konnte eine Fahrzeugbesatzung mit dem Gerätekraftwagen 1 ("GKW 1") die Vennstraße erkunden und vor den Fluten sichern 

  • Freitag Nachmittag – Samstag Nacht
    Eine Besatzung mit dem Gronauer "LKW Ladebordwand" der Fachgruppe Elektro-Versorgung begann aus dem ca. 80km entfernten Lüdinghausen über 12.000 Sandsäcke für Gronau zu holen. Diese Sandsäcke wurden dann in der gesamten Nacht auf Samstag in Epe und Gronau verteilt

  • Freitag Nachmittag bis zum frühen Samstagmorgen 
    Im Ahauser Ortsteil Alstätte wurden von einer mehrfach abgelösten Fahrzeugbesatzung des Gronauer THW Sandsäcke gefüllt und zu einem Deich verlegt, welcher verhinderte, dass eine Sporthalle überflutet wurde. Außerdem wurde der Einsatzort nebst Sandsack-Befüllstation vom Gronauer Notstromerzeuger 20 KVA versorgt und beleuchtet. Unterstützt wurden die THW-Helfer von der Alstätter Feuerwehr, sowie von Kräften der DLRG

  • Nacht von Freitag auf Samstag 
    Eine Besatzung des Gronauer THW war mit dem GKW 2 und dem Notstromerzeuger 50 KVA im benachbarten Heek-Nienborg, um dort einen Deich-Abschnitt aus Sandsäcken auszuleuchten und zu erweitern

  • Nacht zum Samstag 
    Weiterhin wurde das Gronauer St. Antonius-Hospital von Gronauer Helfern gegen das Wasser der direkt angrenzenden Dinkel geschützt. Die Kellerräume wurden mit Sandsäcken gesichert, die Gronauer Notstrom-Aggregat 175 KVA stand bereit, um im Notfall das Krankenhaus mit Strom zu versorgen. Beleuchtung wurde aufgebaut, um die Feuerwehr bei Arbeiten an Not-Deichen zu unterstützen

  • Samstag Mittag bis Abend
    Die überflutete Gronauer Innenstadt im Bereich der Bahnhofstraße wurde von Gronauer THW-Helfern - unterstützt von DLRG- und Feuerwehr-Kräften aus ganz NRW - mit Sandsäcken gesichert. Das Bett der Dinkel wurde mit Sandsack-Deichen verbaut, die Feuerwehren pumpten hinter dem Deich das Wasser aus den Straßen. Die DLRG half beim Sandsack-Transport, mit Strömungsschwimmern zur Sicherung von Menschen, die womöglich ins Wasser hätten fallen können und mit Booten, von denen aus die Sandsäcke wasserseitig verlegt wurden

  • Sonntag Vormittag
    Das Gronauer THW beseitigte mit 20 Helfern eine ins Wasser der Dinkel gefallene Weide. Der Baum war wegen des aufgeweichten Erdreiches umgekippt und versperrte die Dinkel in Höhe des Gronauer Freibades über die ganze Breite. Um diese Treibgut-Barriere zu beseitigen und zu verhindern, dass Äste weiter in Gronaus Innenstadt trieben, wurden die Äste abgesägt und mit der Seilwinde des GKW 1 geborgen

  • Sonntag Abend 
    Da in der Bahnhofstraße in der Gronauer Innenstadt noch immer Keller überflutet waren, half das THW hier schlussendlich mit, das Wasser weg zu pumpen.

Insgesamt waren über 40 Helfer des THW Gronau an dem Mammut-Einsatz beteiligt, rund um die Uhr waren von Freitag 1h bis Sonntag 22h stets mindestens 2 Fahrzeugbesatzungen aktiv. Alle sechs Kraftfahrzeuge waren im Einsatz, sowie die drei mobilen Notstrom-Ersatzanlagen.


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