Gronau/Duisburg. Das Schneechaos im Münsterland 2005 gehört zu den prägenden Ereignissen der jüngeren Landesgeschichte – kaum jemand in Nordrhein-Westfalen, der sich nicht an tagelange Schneemassen und Stromausfälle erinnert. Auch das im Aufbau befindliche Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf sieht in dieser Katastrophe ein wichtiges Kapitel der Landesgeschichte.
Einen Beitrag dazu leistete jetzt das Technische Hilfswerk (THW) Gronau, das am 25. Oktober 2025 in Duisburg am offiziellen Start des digitalen MuseumMobil teilnahm. Auf dessen Webseite präsentiert das Haus der Geschichte künftig Erinnerungen, Videos und Objekte aus allen Regionen des Landes.
Das zukünftige Museum entsteht im denkmalgeschützten Behrensbau in Düsseldorf. Das Gebäude wird derzeit umfassend saniert und soll nicht vor 2029 eröffnen. Bis dahin ist das MuseumMobil – ein umgebauter Ausstellungscontainer – die wichtigste Verbindung zu den Menschen im Land. Seit mittlerweile drei Jahren tourt es durch alle 53 Kreise und kreisfreien Städte Nordrhein-Westfalens, um Geschichten, Erinnerungen und Objekte aus der Landesgeschichte zu sammeln.
„Das Besondere an der Sammlung ist, dass sie aus der Vielfältigkeit und Breite der NRW-Bevölkerung entsteht“, sagt Dr. Monika Röther, Ausstellungsdirektorin und „Mutter“ des zukünftigen Museums. Sie bezeichnete das digitale MuseumMobil als „Arche Noah zur Konservierung der letzten ihrer Art“.
Melanie Walfort, als Online-Redakteurin verantwortlich für das digitale Museum, erklärte, dass es auf der Webseite um die Dreiteilung aus Objekten, Geschichten und Menschen gehe. Das digitale Museum wachse kontinuierlich weiter und werde laufend um die Beiträge der Sammelsamstage ergänzt.
Auch der Kreis Borken stand im Frühjahr 2023 auf der Tourliste. Bei der Station in Vreden folgte das THW Gronau einem Aufruf des Museumsteams und übergab einen USB-Stick mit Einsatzfotos aus dem Winter 2005. Diese zeigen die Arbeit der Helferinnen und Helfer während der Schneekatastrophe im Münsterland. Im Jahr 2024 entstanden zudem Dreharbeiten und Interviews mit dem THW Gronau. Diese Beiträge sind nun im MuseumMobil digital unter dem Eintrag „Vreden“ zu sehen.
Zum jetzigen Start der Plattform war das THW Gronau mit den Helferinnen und Helfern aus den Interviews eingeladen worden. Im Kultur- und Stadthistorischen Museum Duisburg übergaben sie zusätzlich zu den digitalen Inhalten von damals die originale Einsatzjacke und die THW-Wintermütze, die Helfer Christoph Thesing beim Einsatz 2005 selbst getragen hatte.
„Erst jetzt konnten wir die Jacke abgeben, weil wir in Gronau seit einer Woche mit der neuen THW-Einsatzkleidung ausgerüstet sind“, erklärte Thesing. Damit hat die alte Uniform, die 2005 im Schneechaos im Einsatz war, ihren letzten Dienst getan – und wird künftig im Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen ein Stück THW-Geschichte bewahren.
Die Gronauer Beiträge im MuseumMobil digital: www.museummobil.digital/vreden