Am 25. November 2005 wurde das Münsterland von einem außergewöhnlich starken Wintereinbruch getroffen, an den sich heute noch alle Münsterländer erinnern. Innerhalb weniger Stunden fielen rund 30–50 cm nasser Schnee, der massenhaft Bäume und Oberleitungen zum Einsturz brachte und hunderttausende Menschen über Tage ohne Strom und Heizung ließ – auch der Verkehr kam teilweise zum Stillstand.
Der THW-Ortsverband Gronau war über mehrere Tage im Dauereinsatz: Gut 30 Helferinnen und Helfer räumten an insgesamt 47 Einsatzstellen Verkehrswege frei, unterstützten die Stromversorgung oder begleiteten die Bahn bei der Räumung der Strecke Gronau–Münster. Besonders die Fachgruppe Elektroversorgung war mit mehreren Notstromerzeugern unterwegs, um vor allem Bauernhöfe zu versorgen und dort die Milchproduktion im Sinne des Tierwohls sicherzustellen. Heutige Milchkühe müssen mehrfach täglich gemolken werden, damit es nicht zu Verletzungen am Euter kommt.
Heute verfügt unser Ortsverband über noch mehr und noch stärkere Stromerzeuger als damals und ist für solche Lagen noch besser aufgestellt. Solche Szenarien werden zudem regelmäßig geübt – zum Beispiel ziehen wir traditionell jedes Jahr kurz vor Winterbeginn Schneeketten auf unsere schweren Einsatz-LKW, damit wir das im Ernstfall in minutenschnelle können. Damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zum Zivilschutz in Gronau und ganz Deutschland.
Pünktlich zum 20. Jahrestag des Schneechaos sind einige unserer Helferinnen und Helfer mit Interviews auf der interaktiven Webseite des Hauses der Geschichte NRW zu sehen - im digitalen MuseumMobil. Schaut doch mal rein!