05.01.2019, von Ralf Kosse

Atemschutz in 30 Meter Höhe

Übung in alter Kornmühle

Das Jahr 2019 war noch keine vier Tage alt, da übte das THW Gronau schon wieder. Der erste Dienstabend des Jahres fand in der alten Kornmühle in Gronaus Nachbarstadt Ochtrup statt. Diese sollte einige Tage später abgerissen werden, die Raiffeisen Ochtrup eG hatte das Gebäude unserem Ortsverband kurzerhand für eine Übung zur Verfügung gestellt. Das Szenario des Abends sah vor dass eine Person in der Mühle nach einer Staubexplosion vermisst wurde. So machten die "Atemschutzgeräteträger" des THW mit ihren Atemluftflaschen auf den Weg, um die Person zu finden. Dabei wurden auch die knapp 30 Meter hohen Silos des Geländes  mit der 20 Kilogramm schweren Atemschutzausrüstung erklommen. Da in luftiger Höhe keine Person auffindbar war, wurde kurzerhand der dort angebrachte Weihnachtsbaum wieder entfernt - nicht leicht in Dunkelheit bei Regen mit den Atemschutzmasken auf dem Gesicht! Vorsichtig wurde der Baum über die 108 Leitersprossen wieder nach unten befördert.

Zwischenzeitlich hatte ein weiteres Team zur Suche Öffnungen in die Futtersilos geschnitten, welche in den nächsten Tagen dem Abrissbagger zum Opfer fallen sollten. Nachdem genug geschnitten und geübt war, wurde wie durch ein Wunder plötzlich die vermisste Person im ersten Obergeschoss gefunden. Diese galt es nun nach einem gespielten Beinbruch schonend zu retten. Das "Rollgliss" genannte Abseilgerät des THW wurde als Rettungsmethode ausgewählt, dafür wurde im zweiten Obergeschoss ein "Ausleger" aus dem im Anhänger mitgeführten "Einsatzgerüstsystem" gebaut. Daran wurde das "Rollgliss" gehängt, welches ein sicheres Abseilen von Personen ermöglicht. Da es sich nicht um einen echten Einsatz mit Gefahr für Leib und Leben handelte, wurde aus Sicherheitsgründen jedoch nicht der Verletztendarsteller, sondern eine schwere Holzplatte abgeseilt - sicher ist sicher.

Am Ende waren nicht nur alle um einige Erfahrungen reicher, sondern besonders die Atemschutzgeräteträger ordentlich durchgeschwitzt, die anderen Helfer voll mit Staub und Matsch. Ein völlig normaler Jahresanfang also...


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