23.08.2018, von Ralf Kosse

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besucht THW Gronau

Ein Minister beim Technischen Hilfswerk

Bundesgesundheiteminister Jens Spahn (links) verschaffte sich einen Überblick über die Unterkunft des Technischen Hilfswerks (THW) in Gronau. Begrüßt wurde er unter anderem vom Gronauer THW-Ortsbeauftragten Lutz Schabbing (2.v.l.), dem Vorsitzenden der Gronauer CDU, Rainer Doetkotte (3.v.l.) und dem Leiter der für Gronau zuständigen THW-Regionalstelle in Wesel, Mike Nienhaus (rechts). Fotos: Ralf Kosse

Hohen Besuch aus Berlin hatte das Technische Hilfswerk (THW) Gronau am Mittag, dem 21.08.2018 in der THW-Unterkunft an der Gronauer Vereinsstraße: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) besuchte die ehrenamtlichen Katastrophenschützer auf seiner Sommertour durch seinen Wahlkreis. Der gebürtige Ottensteiner (Stadt Ahaus, Kreis Borken), besuchte das THW in Gronau aufgrund einer Einladung, die der Gronauer THW-Ortsbeauftragte Lutz Schabbing bei einem Bundestagsbesuch letztes Jahr in Berlin aussprach.

Nach der Begrüßung durch den Ortsbeauftragten Schabbing konnte sich Spahn einen Überblick über die Unterkunft der gut 70 Gronauer THW-Kräfte machen, bereits auf dem Hof entwickelte sich eine angeregte Unterhaltung mit den anwesenden Katastrophenschützern. Neben Gronauer THW-Helferinnen und Helfern waren der Leiter der für Gronau zuständigen THW-Regionalstelle in Wesel, Mike Nienhaus, nebst einigen Mitarbeitern anwesend, sowie der THW-Landesbeauftragte für NRW, Dr. Hans-Ingo Schliwienski und der Vorsitzende der Gronauer CDU, Rainer Doetkotte.

Der Bundesminister informierte sich interessiert über die Fahrzeug-Anschaffungen der letzten Zeit, die Helferstruktur, die Personalsituation seit dem Wegfall der Wehrpflicht, aber auch über die Nachwuchsgewinnung der THW-Jugendgruppe und die letzten Einsätze der Gronauer Hilfskräfte. In einer unterhaltsamen Diskussion konnten die Helferinnen und Helfer die Änderungen im THW der letzten Jahre darlegen, der Minister war dabei insbesondere über die finanzielle Situation des THW sehr gut informiert, nicht zuletzt bedingt durch seine frühere Tätigkeit als Staatssekretär im Finanzministerium. Dank gestiegenen Bewusstseins der Bundespolitik für die Notwendigkeit gut ausgestatteter Katastrophenschutz-Organisationen hat das THW in den vergangenen Jahren mehr Mittel für Fahrzeuge und Ausstattung bekommen, was beim THW Gronau zu zeitgemäßeren Einsatz-LKW geführt hat.

In der Unterkunft verlagerte sich die Diskussion der gesamten Runde mehr auf die aktuelle Bundespolitik im Allgemeinen. Minister Spahn notierte sich etliche Anregungen und Themen, die den Anwesenden unter den Nägeln brannten, um sie mit nach Berlin in den Bundestag und sein Ministerium zu nehmen. Landsbeauftragter Schliwienski bedankte sich für die Verbesserungen im THW hinsichtlich Ausstattung, Fahrzeugen und mehr Personalstellen, bat aber auch die THW-Helferinnen und Helfer in Sachen Freistellung von der Arbeit rechtlich komplett mit den Feuerwehr-Kräften gleichzustellen. Ein aktuelles Pilotprojekt des NRW-Landesverbandes unter Schliwienski ermöglicht es, die Grundausbildung im Technischen Hilfswerk in Bonus-Punkte für den Studiengang Bauingenieurwesen zu wandeln. Diese und ähnliche Anreize könnten das Ehrenamt, insbesondere im Katastrophenschutz, zusätzlich attraktiv machen. Minister Spahn schlug darüber eine Brücke zum aktuell heiß diskutierten Thema eines womöglich neu gestalteten Gesellschaftsjahres. Für Spahn selbst geht es dabei in erster Linie nicht um die Bundeswehr oder Wehrpflicht, er könne sich vielmehr ein verpflichtendes "Dienstjahr" für alle jungen Menschen vorstellen. Für dieses könnte jeder selbst entscheiden, ob er oder sie mit Jugendlichen arbeitet, im sozialen Bereich tätig wird oder in der Landesverteidigung. Auch die Integration von Migranten könnte dadurch womöglich erleichtert werden - ohne die Schranken von Herkunft, sozialem Status und Bildung könnten junge Menschen sich zusammen für unseren Staat einsetzen.

Der Gronauer THW-Helfer und niedergelassene Allgemeinmediziner Dr. Jens Jansen bat, die praktizierenden Ärzte von Bürokratie zu entlasten - ein Thema welches laut Spahn zwar schwierig umzusetzen ist, er aber gerne in sein Ministerium mitnimmt. Die Diskussion mit mehreren THW-Helfern über prekäre Beschäftigungen und soziale Ungerechtigkeiten wurde leidenschaftlich geführt, aufgrund der Komplexität des Themas und der Notwendigkeit nach Differenzierung schlussendlich vertagt. Weitere Besuche in Gronau warteten, so wurde der Gesundheitsminister verabschiedet. Dies aber nicht ohne ihm weitere Hinweise auf die beengten Verhältnisse in der Gronauer Unterkunft mitzugeben, wo die Unterstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge schwinden, aber auch der Platz in den Damenumkleiden nicht mehr ausreicht.




  • Bundesgesundheiteminister Jens Spahn (links) verschaffte sich einen Überblick über die Unterkunft des Technischen Hilfswerks (THW) in Gronau. Begrüßt wurde er unter anderem vom Gronauer THW-Ortsbeauftragten Lutz Schabbing (2.v.l.), dem Vorsitzenden der Gronauer CDU, Rainer Doetkotte (3.v.l.) und dem Leiter der für Gronau zuständigen THW-Regionalstelle in Wesel, Mike Nienhaus (rechts). Fotos: Ralf Kosse

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